Solar – die große Pleite

Sie scheinen umzufallen wie die Fliegen, die Solarkonzerne. In den vergangenen Monaten gerieten immer mehr Solarfirmen in finanzielle Schwierigkeiten, darunter auch Großkonzerne und Marktführer wie Q-Cells oder Firstsolar. Auch Centrotherm reiht sich nun in die deutsche Riege der Pleiten aus der Branche ein. Schuld an dieser Misere: Der massive Preisverfall von Solarmodulen.

Eigentlich waren die deutschen Solarkonzerne einmal von Erfolgen gekrönt und konnten nicht nur den Arbeitsmarkt erfreuen, sondern auch die Anleger an der Börse. Die acht großen deutschen Solarkonzerne (Centrotherm, Conergy, Phoenix Solar, Q-Cells, SMA Solar, Solar Millennium, Solarworld und Solon) brachten es auf einen Wert von zusammen mehr als 25 Milliarden Euro, wie das Handelsblatt Online einmal berechnete. Heute sind es, nicht zuletzt dank SMA Solar auf die alleine 863 Milliarden Euro entfallen, gerade einmal 1,12 Milliarden Euro, die das Achtergespann noch zu bieten hat.

Nach den USA strauchelt nun auch die einstige Vorzeigebranche in Deutschland. Kein Wunder, wirft man einen Blick auf die weltweiten Überkapazitäten die sich auf gut 50 Gigawatt belaufen. Das gesamte Absatzvolumen schrumpft dahingehend deutlich. Für 2012 wird mit rund 20 Gigawatt kalkuliert, keine sonderlich entspannenden Aussichten, dabei war doch bis zum Jahr 2007 eigentlich noch alles in Ordnung. Solar boomte, die Einspeisevergütung war überaus attraktiv und auch der technische Vorsprung gegenüber der asiatischen Konkurrenz machte dem deutschen Solarmarkt keine Angst. Heute, drei Jahre später, sieht es anders aus. Die Überkapazitäten haben die Preise zum Einsturz gebracht und um gut ein Drittel gesenkt. Die asiatische Konkurrenz, vor allem China, hat seine Qualitätslücken rasend schnell geschlossen und produziert zudem zu wesentlich niedrigeren Kosten. Außerdem profitieren sie von deutschen Maschinen in der Modulherstellung. (Welch ein interessanter Umkehrschluss: Die Maschinenbranche boomt auf Kosten der Solarbranche.)
Und nicht zuletzt wird auch noch die Einspeisevergütung für neue Solarstromanlagen jedes Jahr geringer und mindert die Nachfrage.

Ziemlich dunkle Wolken ziehen also über den deutschen Solarhimmel, der erstaunliche 20 Prozent der installierten Leistung am Weltmarkt hält. Damit zählt Deutschland zu den wichtigsten Solarmärkten überhaupt. Und das, obwohl die Klimaverhältnisse in vielen anderen Ländern deutlich günstiger für Solarenergie sind, als hierzulande. Für die Energiewende sollte Deutschland daher lieber auf ertragreiche Quellen wie den Wind setzen, dafür ist unser Land, im Gegensatz zur Sonnenenergie, nämlich prädestiniert.

Werbeanzeigen
Getaggt mit , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Werbeanzeigen
%d Bloggern gefällt das: