EU-Agrarreform: Das soll sich ändern

In Brüssel hat die EU-Kommission ihre Vorschläge zur Neugestaltung der Agrarpolitik ab dem Jahr 2014 auf den Tisch gelegt. Hier sehen Sie, was sich ändern soll!

Mehr Förderung für Kleinlandwirte und Jungbauern
Die Landwirte in der EU werden immer älter, der Nachwuchs bleibt aus. Auch Kleinbauern haben es nicht immer einfach. Die Kommission will jetzt für Landwirte unter 40 Jahren eine Sonderförderung einrichten und auch Kleinbauern mit vereinfachten Anträgen pauschale Fördersummen zukommen lassen. Geplant sind 500 bis 1.000 Euro im Jahr für Kleinbauern, unter 40-jährige sollen in den ersten 5 Jahren Beihilfen von rund 25 Prozent über ihrem Regionsniveau bekommen.

Direktzahlungen mit Auflagen
Einen Teil der Direktzahlungen (30 Prozent) sollen Landwirte, Biobauern ausgenommen, künftig nur bekommen, wenn sie gewisse Umweltauflagen erfüllen. Drei Punkte müssen hierzu beachtet werden. Zum einen dürfen Ackerflächen nicht mehr in Grünland umgewandelt werden und sieben Prozent der landwirtschaftlichen Fläche soll als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Zum anderen sollen Landwirte künftig drei unterschiedliche Pflanzenkulturen, davon maximal 70 Prozent einer Sorte, auf ihren Flächen anbauen. Gleichzeitig sollen die jährlichen Zahlungen auf 300.000 Euro pro Betrieb gedeckelt und bereits ab 150.000 schrittweise gekürzt werden. Berechnungsgrundlage ist das, was nach Abzug der Mitarbeiter-Bruttolöhne übrig bleibt.

Mehr Sicherheit in Krisenzeiten
Ein Krisenfonds soll den Landwirten mehr Sicherheit im Job bieten. Der Fonds soll in einer Größenordnung von 3,5 Milliarden Euro angelegt werden und in Krisenfällen schnelle finanzielle Hilfe möglich machen. Auch neue Töpfe, die von den Landwirten freiwillig gefüllt werden können, will Brüssel aufstocken. Sie dienen bei Einkommensausfälle durch Missernten, Krankheiten oder Preisschwankungen dazu, den Landwirten eine Ausgleichzahlung leisten zu können. Die Hilfen sind allerdings auf 70 Prozent der Einbußen beschränkt.

Berufsbild Landwirt neu definiert
Künftig sollen beispielsweise Golfplatzbetreiber oder Betreiber von Flughäfen keine Hilfen mehr aus Brüssel erhalten. Die Subventionen sind nur noch echten, „aktiven“ Landwirten vorbehalten!

Direkthilfen neu berechnet
In den EU-Ländern sind die Hilfen unterschiedliche hoch verteilt, liegen im Durchschnitt bei 270 Euro pro Jahr und Hektar. Deutschland liegt mit 300 Euro etwas, Malta mit 700 Euro sogar deutlich über dem Schnitt. Für eine gerechte Verteilung sollen künftig die überdurchschnittlichen Hilfen gekürzt und auf die anderen Länder aufgeteilt werden.

Auslauf der Zuckerquote bleibt
Von einer geplanten Verlängerung der Zuckerquote um ein Jahr wird Abstand genommen, sie läuft, wie geplant zum September des Jahres 2015 aus.

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